Wie hilfreich sind Nikotinpflaster ?

Auch wenn Raucher gerne behaupten, dass sie jederzeit mit dem Rauchen aufhören können, so einfach ist es leider nicht. Rauchen ist eine Sucht und das Suchtverhalten ist fest im Gehirn verankert. Neben der physischen Sucht ist die psychische Sucht das große Problem, und um dieses Problem in den Griff zu bekommen, sollten Nikotinpflaster eine große Hilfe sein. Mit Nikotinpflaster sollten zumindest die körperlichen Entzugserscheinungen abgeschwächt werden, so versprechen es zumindest die Hersteller. Eine neue Studie ist aber zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen.

Ohne jeden Nutzen

Eine Studie der Harvard School of Public Health hat die Wirksamkeit von Nikotinpflastern an 787 Probanden getestet und ist zu einem mehr als ernüchternden Urteil gekommen. Die Langzeitwirkung der in der Apotheke frei verkäuflichen Nikotinpflaster tendiert nach Ansicht der Wissenschaftler gegen Null, das Pflaster zur Nikotinentwöhnung ist also ohne jeden Nutzen. Die Studienteilnehmer hatten kurz vor dem Beginn der Studie mit dem Rauchen aufgehört. In drei Perioden von jeweils ein bis zwei Jahren, untersuchten die Wissenschaftler die Rückfallquote der Probanden und in jeder Periode war ein Drittel auch mit Nikotinpflaster rückfällig geworden.

Der Wille entscheidet

Fast alle bisherigen Studien zum Thema Nikotinpflaster waren immer durchaus positiv ausgefallen, was allerdings kein Wunder ist, denn die Studien wurden zum großen Teil von den Herstellern der Pflaster gesponsert. Kritische Studien gab es genug, aber die wurden nicht so medienwirksam präsentiert und die Öffentlichkeit erfuhr wenig dazu. Wer mit dem Rauchen aufhören will, der sollte dabei weder auf Nikotinpflaster noch auf Nikotinkaugummi vertrauen, das ebenfalls viele Raucher nehmen, die der Zigarette auf Dauer entsagen wollen. Was hilft, ist alleine die Willenskraft, denn nur wer wirklich den festen Willen mitbringt, keine Zigarette mehr anzurühren, der wird es letztendlich auch schaffen, seine Sucht auf Dauer zu besiegen. Das gilt übrigens auch für Raucher, die medikamentös von ihrer Sucht loskommen wollen.

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Ulrike Dietz