Vernunftehe – wie funktioniert die Ehe ohne Liebe?

Eine Beziehung ohne Liebe – kann das die Basis für eine glückliche Ehe sein? Wohl kaum, werden die meisten jetzt wahrscheinlich sagen, denn wie kann ein Paar zusammenleben, ohne dass die Partner etwas füreinander empfinden? Psychologen sehen das anders, denn sie sind sehr wohl der Ansicht, dass auch eine Vernunftehe funktionieren kann, manchmal sogar besser als eine Ehe, die im Rausch der Gefühle geschlossen wird.

Sympathie und Achtung

Normalerweise kennt man Vernunftehen nur aus Königshäusern, wo die Ehepartner aus dynastischen oder aus politischen Gründen ausgesucht werden und die Liebe keine große Rolle spielt. Aber nicht nur bei den Blaublütern haben sich Ehen, bei denen die Vernunft im Vordergrund steht, auf Dauer bewährt, auch ganz normale Menschen fahren mit dem Modell Vernunftehe nicht immer schlecht. Allerdings gibt es zwei Dinge, die auch bei einer Ehe aus Vernunft gegeben sein sollten, und diese beiden Dinge heißen Achtung und Sympathie. Ohne Sympathie funktioniert auch keine Vernunftehe, denn Partner, die sich nicht achten, können nicht auf Dauer zusammenleben.

Gemeinsame Interessen

Damit die Ehe, die aus Vernunft und nicht aus Liebe geschlossen wurde, auch Bestand hat, ist es nach Meinung von Psychologen sehr wichtig, dass es eine gemeinsame Basis gibt. Gemeinsame Interessen oder Hobbys können eine solche Basis sein, und wenn die Lebenseinstellung in die gleiche Richtung geht, dann kann das von großem Vorteil für eine Vernunftehe sein. In vielen Ehen, die aus Liebe geschlossen werden, achten die Partner in ihrer Verliebtheit nicht darauf, ob ihre Einstellung zum Leben mit der des anderen harmoniert. Das böse Erwachen kommt erst viel später und das kann zum Ende der Ehe führen. Paare, die eine Vernunftehe eingehen, lernen sich vor der Heirat besser kennen und sie können daher auch besser abschätzen, ob diese Ehe gut gehen wird oder eher nicht.

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Ulrike Dietz