Sonnenaktivität geht um 60 Prozent zurück

Droht tatsächlich die nächste Eiszeit?

Derzeit stöhnen viele wegen der heißen Temperaturen und wünschen sich wohl in den Winter zurück. Doch die erst kürzlich veröffentlichte Nachricht, dass es ab 2030 eine Mini-Eiszeit auf unserem Planeten geben könnte, hat die Gemüter doch bewegt. Klar ist, dass die Erderwärmung ein drängendes Problem ist, doch was ist an der etwas beunruhigenden Vorhersage britischer Forscher tatsächlich dran?

Forscher der Northumbria Universität haben ein Modell entwickelt, das den Rückgang der Sonnenaktivität um 60 Prozent innerhalb der nächsten Jahre voraussagt. Demnach prognostizieren die britischen Forscher rund um Valentina Zharkova eine Mini-Eiszeit, die ungefähr ab 2030 hier auf der Erde einsetzen sollte. Doch Professor Sami Solanki, Direktor des Max-Planck-Institutes für Sonnensystemforschung und Leiter der Abteilung Sonne und Heliosphäre widerspricht dem nun auf Anfrage des TV-Senders n-tv. Denn der Sonnendynamo, der für die Aktivität der Sonne zuständig ist, ist ein hochgradig nichtlineares System, das eher chaotisch abläuft. Deshalb sei auch eine verlässliche Vorhersage extrem schwierig und in jedem Fall ungenau. Vor allem langfristige Prognose, die den Zeitraum von 15 bis 20 Jahre übersteigen, sind nicht stichhaltig, meint der Experte weiter. Immerhin würden sie den Sonnenzyklus, der ja 11 Jahre dauert, übersteigen.

Modell ohne Akzeptanz und Rückendeckung

Zu den Schwierigkeiten der Einstufung dieser Prognose kommt noch dazu, dass die Aussagen von Valentina Zharkova auf einem Modell beruhen, das sie gemeinsam mit Kollegen entwickelt hat. Doch es gebe bis dato weder eine Überprüfung ihrer Ergebnisse, noch eine breite Akzeptanz der Theorie unter Sonnenforschern. Zudem bezweifelt Solanki, dass das Maundner-Minium, das ja prognostiziert die Eiszeit auslösen sollte, dazu überhaupt in der Lage sei. Auch wenn die Schwankungen in der Aktivität der Sonne tatsächlich in der Vergangenheit zu klimarelevanten Veränderungen geführt haben, wie etwa extremen Kälteperioden in der Zeit vor der Industrialisierung, sei dies nun extrem unwahrscheinlich.
Damit bleibt allen Sonnenanbetern und Wassernixen die Gewissheit, dass die heißen Temperaturen durchaus noch einige Sommer erhalten bleiben und einfach nur zum Genießen da sind.

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Maik Justus