Feinstaub – die tödliche Bedrohung

Jeder weiß was es ist, aber kaum jemand macht sich auch Gedanken darüber, wie gefährlich Staub oder genauer gesagt Feinstaub sein kann. Nicht nur in Asien ist die Luft die wir zum Atem brauchen, mit Feinstaub belastet, auch in Europa wird es langsam aber sicher gefährlich. Geschätzt sterben jedes Jahr fast vier Millionen Menschen an den Folgen des Feinstaubs, und da durch den demografischen Wandel die Gesellschaft immer mehr altert, werden in der Zukunft noch mehr Menschen am Feinstaub sterben. Krebs, Schlaganfälle und auch Herz-/Kreiskauferkrankungen sind die Folge von zu viel Feinstaub in der Luft, und wenn nichts unternommen wird, dann wird die Luft im wahrsten Sinne des Wortes immer dicker.

Gefahr liegt in der Luft

Wer in Indien oder in China lebt, der lebt gefährlich, denn diese beiden riesigen Länder leiden besonders unter der Belastung durch Feinstaub. Nach Expertenmeinung müssen Indien und China dringend etwas unternehmen, denn sonst werden in den nächsten Jahren die Todesraten noch weiter nach oben schnellen. In Indien wird es nach Schätzungen 21 % mehr Todesfälle geben und in China werden es sogar 23 % sein. In beiden Ländern werden die Menschen auch dank moderner Medizin immer älter und wenn die Bevölkerung alt und die Luft nach wie vor schlecht ist, dann werden die Krankheiten, die durch Feinstaub ausgelöst werden, immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Mittlerweile gehen Mediziner davon aus, dass selbst wenn die Feinstaubbelastung auf dem jetzigen Stand bleibt, die Probleme sich nur sehr schwer in den Griff bekommen lassen. Um wirklich Erfolge zu erzielen, müsste die Belastung durch den Feinstaub in der Luft um mindestens 30 % sinken, und das scheint ein aussichtsloses Unterfangen zu sein. Indien und China sind aufstrebende Wirtschaftsstaaten, die für den globalen Handel immer mehr an Bedeutung gewinnen und es ist die aufstrebende Industrie, die für einen großen Teil des Feinstaubs in der Luft verantwortlich ist.

Die Vorgaben wurden verschärft

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen internationalen Plan für mehr saubere Luft angekündigt, aber das ist wohl nicht mehr als heiße Luft, denn es liegt an den einzelnen Ländern, etwas gegen die zu hohe Belastung durch Feinstaub zu tun. Indien und China haben ihre Vorgaben gegen Feinstaub bereits verschärft, aber an die Vorgaben der WHO, die einen Grenzwert von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahr vorsieht, werden beide Länder so schnell nicht herankommen. Alleine in Indien liegen 13 der 20 am meisten belasteten Städte der Welt.

Die Auswirkungen, die Feinstaub auf die Gesundheit der Menschen hat, ist kaum vorstellbar und diese Belastung ist viel größer, als sich das die Menschen vorstellen können. Dieser Meinung ist Howard Frumkin, einer der führenden Experten für die Umweltgesundheit an der Universität von Washington.

Millionen könnten gerettet werden

So groß wie die Belastung durch Feinstaub ist, so groß sind auch die Möglichkeiten, um die Gefahren für die Gesundheit zu minimieren. In Indien und in China ist die Belastung auch deshalb so groß, weil in diesen beiden Ländern die Menschen auf engstem Raum zusammenleben müssen. Würden die Vorgaben der WHO eingehalten, dann gäbe es nach Schätzung von Howard Frumkin rund 2,1 Millionen Tote weniger. Feinstaub ist aber nicht nur ein Problem in Asien, auch in der westlichen Welt sterben jedes Jahr eine halbe Million Menschen an den Folgen der Feinstaubbelastung, und auch hier werden die Zahlen weiter steigen, wenn sich die Industrienationen nicht an den Grenzwerten orientieren. Es würde in Europa schon reichen, wenn die Belastung um ein Viertel geringer wäre, als sie es momentan ist, aber auch das sind Ziele, die nur sehr schwer erreicht werden können. Selbst wenn die Luft im Westen sauberer ist, auch sie müsste immer weiter gereinigt werden, damit niemand mehr daran sterben kann.

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Maik Justus