Schläfrigkeit einfach messen

Der pupillographische Schläfrigkeitstest

Nicht jeder springt am Morgen aus dem Bett und fühlt sich dann den ganzen Tag fit, agil und voller Tatendrang, viele fühlen sich trotz ausreichend Schlaf in der Nacht, den Tag über immer ein wenig schläfrig. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal, denn jeder Mensch hat seinen eigenen Tagesrhythmus, und dieser Rhythmus macht stundenweise eben schläfrig. So gibt es zum Beispiel das berühmt-berüchtigte „Suppenkoma“, das vielen um die Mittagszeit zu schaffen macht. Nicht immer ist die Schläfrigkeit am Tag harmlos, denn wer sich jeden Tag erschöpft fühlt und gegen Müdigkeit ankämpfen muss, der sollte einen sogenannten pupillographischen Schläfrigkeitstest machen.

Schläfrigkeit am Tag – gefährlich oder harmlos?

Es gibt einen feinen Unterschied zwischen Schläfrigkeit und Müdigkeit. Wer mitten in der Vorlesung oder in der Konferenz wegnickt, der ist schläfrig, wer in der Nacht keine Ruhe findet und sich dann am Tag nach Schlaf sehnt, der ist müde. Tagesschläfrigkeit kann schnell chronisch werden und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die am häufigsten auftretende Form der Tagesschläfrigkeit ist vollkommen harmlos – die Nacht war einmal mehr viel zu kurz und am Tag verlangt der Körper nach dem entgangenen Schlaf. Wer aber nachts sieben oder mehr Stunden tief und fest schläft und dann tagsüber immer noch schläfrig ist, der sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, denn diese Form der Schläfrigkeit kann einen ernsten Hintergrund haben. Ein pupillographischer Schläfrigkeitstest kann für Gewissheit sorgen.

Was ist ein pupillographischer Schläfrigkeitstest?

Der pupillographische Schläfrigkeitstest ist die wohl einfachste Art, um die Intensität der Tagesschläfrigkeit zu messen. Während des Tests werden die unwillkürlichen Bewegungen der Pupillen bei Dunkelheit gemessen und anschließend ausgewertet. Der Test kommt immer bei Diagnose und der Kontrolle einer Therapie zur Anwendung, aber auch bei der Begutachtung von unterschiedlichen Krankheitsbildern. In Kliniken und Schlaflaboren wird der Test erfolgreich angewandt, wenn es um Schlafapnoe, Narkolepsie oder auch um das sogenannte Restless-Legs-Syndrom geht. Vielfach sind es Schichtarbeiter, aber auch Menschen, die in Berufen mit einem hohen Gefahrenpotenzial arbeiten, die mit der Hilfe dieses Tests untersucht und begutachtet werden.

Wie funktioniert der pupillographische Schläfrigkeitstest?

Die sogenannten Schläfrigkeitswellen der Pupillen werden für die Dauer von elf Minuten mit einer speziellen Videokamera aufgezeichnet. Aus dem daraus entstehenden Pupillogramm lässt sich dann der Pupillen-Unruhe-Index ablesen, kurz PUI. PUI ist eine Maßeinheit, die für die Schwankungen im Durchmesser der Pupille zum Einsatz kommt und damit auch das Ausmaß der Tagesschläfrigkeit misst. Der gemessene Wert wird anschließend mit den Normalwerten verglichen, aber das Protokoll liefert noch weitere interessante Informationen über den zeitlichen Verlauf der Pupillenbewegungen, über die Anzahl der Lidschläge und die Blickbewegungen. Mehr Informationen zum Test gibt es hier.

Was tun bei Tagesschläfrigkeit?

Es gibt viele Ursachen und ebenso viele Therapien, wenn es um Schläfrigkeit geht. Handelt es sich um eine Schlafapnoe, dann ist die Schläfrigkeit am Tag sehr gefährlich, denn diese Schläfrigkeit tritt immer dann auf, wenn sich der Betroffene in einer ruhigen, aber monotonen Situation befindet, wie das zum Beispiel während einer langen Fahrt auf der Autobahn der Fall ist. Helfen kann eine spezielle Atemmaske, die nachts getragen werden muss, um die Atemaussetzer zu vermeiden. Wer unter dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) leidet, der ist ebenfalls am Tag oftmals schläfrig, und hier können mit den entsprechenden Medikamenten gute Ergebnisse erzielt werden. Menschen, die unter RLS leiden, finden oft keinen Schlaf, denn sie stehen in der Nacht mehrfach auf und laufen herum. Auch Narkolepsie ist eine Krankheit, die ernst genommen werden muss. Die Krankheit beginnt meist in der Pubertät, sie ist chronisch und die Kranken stehen unter einem enormen Druck. Die Schläfrigkeit nimmt hier bizarre Formen an und die Betroffenen schlafen nicht selten mitten im Gespräch ein.

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Ulrike Dietz