Gigantischer Wolkenkratzer am Roten Meer geplant

Gigantischer Wolkenkratzer am Roten Meer geplant

Schon in der Bibel ist von Bauwerken mit gigantischem Ausmaß die Rede, wie beispielsweise vom Turmbau zu Babel. Das, was jetzt plant, stellt jedoch alles in den Schatten. Die geplante Stadt am Roten Meer soll die Länge von 170 Kilometer haben und wäre größer als Mecklenburg-Vorpommern. Damit soll ein Touristenmagnet der ganz besonderen Art entstehen.

Ein Bauwerk über drei Länder

Neom – so soll der Name der Mega-City lauten, die sich über drei Länder erstreckt. Der riesigen Wolkenkratzer sollen einerseits den Respekt vor der Herrscherfamilie festigen und zum anderen die Zukunft der Region absichern. Mitten in der Wüste soll aber nicht nur die Hightech-Stadt Neom, sondern auch das größte Gebäude der Welt gebaut werden. Die Fläche für dieses Vorhaben umfasst 26.500 Quadratkilometer. Dort soll die „Stadt der Zukunft“ entstehen, die 32-mal so groß wie City ist. Neom wird sich über die Länder Saudi-Arabien, Jordanien und erstrecken und auch der Preis steht schon fest: 500 Milliarden Dollar.

Der Wolkenkratzer am Roten Meer im Detail

170 Kilometer lang, 200 Meter breit und 500 Meter hoch – dies ist „The Line“, wie der Wolkenkratzer am Roten Meer auch genannt wird. „Die Linie“ soll sich vollkommen frei von Emissionen und quer durch Gebirge und Wüste schlängeln. Geplant sind verspiegelte Fassaden aus Glas, die den Eindruck vermitteln, als würde der Wolkenkratzer am Roten Meer mit der Umwelt verschmelzen. Der Name „Mirror Line“, also „Spiegel Linie“, bringt es auf den Punkt. Neun Millionen Menschen sollen in Neom wohnen oder dort ihren verbringen. Der Aufbau ist dreidimensional und die Bewohner können alle in nur fünf Minuten zu Fuß erreichen. Eine „“ von einem zum anderen Ende der Linie dauert rund 20 Minuten.

Welche Ziele hat das Bauwerk?

Mit diesem gigantischen Wolkenkratzer am Roten Meer verfolgt Saudi-Arabien gleich mehrere Ziele. So sollen die modernste Solartechnologie und die neusten Windkraftanlagen Neom mit der nötigen Energie versorgen. Saudi-Arabien selbst soll dadurch unabhängiger von den Einnahmen durch Erdöl werden. Zudem wird der Grundstein für die Entwicklung von neuen Technologien gelegt. Geplant ist außerdem, dass Neom ab 2025 eine unabhängige Wirtschaftszone mit eigenen Gesetzen und Steuern wird. Frauen müssen sich dort nicht mehr verschleiern und sogar der Verkauf von Alkohol soll erlaubt werden.

Ein Paradies für Urlauber

Neom soll zugleich ein Paradies für Urlauber aus aller Welt werden. Entlang der sandigen Küste sind 50 luxuriöse und Resorts geplant, die schon 2030 rund fünf Millionen Feriengäste anlocken sollen. Geplant sind zudem 50 künstliche im Roten Meer, die die vielfältige Unterwasserwelt angeblich nicht schädigen sollen. Neom soll schließlich eine umweltfreundliche Stadt werden. Auf der Webseite wird damit geworben, wie wichtig es ist, „eine Verbindung zur zu schaffen“.

Fazit zum Wolkenkratzer am Roten Meer

Das Prestige-Projekt der Saudis ist, trotz der lobenswerten Ziele, nicht unumstritten. So gab es Kritik, als 2018 bekannt wurde, dass die beiden Inseln Sanafir und Tiran, die einige Kilometer vor dem Eingang zum Golf von Akaba liegen, Teil der Anlage werden sollen. Diese Inseln gehören zu Ägypten, sie wurden aber bereits 2016 unter die Kontrolle der Saudis gestellt. Ein weiterer Kritikpunkt, der noch für Ärger sorgen könnte, ist die gewaltsame Umsiedlung der Menschen, die im Bereich der Baustelle leben.

Bild: © Depositphotos.com / Tuchong-Microstock6

Ulrike Dietz