Gameboy wird 25 Jahre alt in Deutschland

Die Spielkonsole Gameboy feierte im Jahr 1990 ihren Einstand in Deutschland und war der früher Vorläufer moderner Spielkonsolen wie der Playstation. Im Heimatland Japan und den USA hatte sich der Gameboy schon über fünf Millionen mal verkauft. Die kleine handliche Spielkonsole kostete damals rund 150 DM und verfügte bezogen auf heutige Verhältnisse über eine lächerliche Ausstattung.

Gameboy – Kleines Wunderwerk

Das japanische Wunderwerk des Herstellers Nintendo war mit einem LC-Display ausgestattet auf dem die Inhalte in vier Grünstufen dargestellt wurden. Bedient wurde der Gameboy über ein Steuerkreuz, zwei runde Knöpfe und zwei graue schmale Tasten. Die Spiele und Programme für die Konsole wurden per Kassette in einen Slot gesteckt und gestartet. Zur Stromversorgung verwendet der Gameboy vier Batterien, die eine Laufzeit von bis zu 20 Stunden ermöglichen. Auf dem wachsenden Konsolenmarkt galt das handliche graue Spielgerät aus Japan als Preisbrecher, weil konkurrierende Spielkonsolen, wie der Atari Lynx oder Sega Mega Drive erheblich mehr kosteten. Die Kosten für die Spiele beliefen sich auf 25 bis 80 DM. Zur Markteinführung in den USA und Europa erhielten Käufer zum Gameboy das Spiel Tetris. Bei Tetris müssen Klötzchen in Reihen gebracht werden und das Ziel ist es eine so hohe Punktzahl wie nur möglich zu erreichen. Die Titelmelodie von Tetris wurde berühmt. Im Jahr 1991 wurden weltweit 20 Millionen Gameboys verkauft, es existiert ein offizieller Gameboy-Club mit Gratismagazin und die Spielkonsole zählt Millionen Fans.

Spiele für jeden Geschmack

Der Besitzer eines Gameboy kann im Verlauf der Zeit zwischen Hunderten Spielen unterschiedlichster Genres wählen. Bekannte Titel sind zum Beispiel Super Mario Land, Sokoban, R-Type oder Mega Man. Von der SF-Kultserie Raumschiff Enterprise gibt es ebenfalls eine Spielumsetzung, die mich jedoch zur Verzweiflung trieb und ich wegen teils zu schwieriger Missionen nie bis zum Ende gespielt habe. Spannend war das Game zur World Wrestling Federation, wo man in die Rolle eines Wrestlers wie Hulk Hogan, Undertaker oder Bret Hitman Hart spielte und gegen andere Wrestler im Ring kämpfte. Grafisch wurde zwar generell nicht viel geboten, aber dennoch bereiteten die Spiele jede Menge Spaß.

Boom bis ins Jahr 2000

Die Beliebtheit des Gameboy hielt bis ins neue Jahrtausend. Nintendo brachte die Nachfolger Gameboy Pocket und Gameboy Advance auf den Markt. Heutige Spieler setzen lieber auf Tablets und Smartphones, während die Handheld Nintendo 3DS nur noch Kinder erreicht. Der Gameboy Pocket erschien 1996 und verfügte über ein S/W-Display, während die Nachfolgemodelle Color und Advance bereits mit einem Farbdisplay ausgestattet waren. Auf Ebay und Kleinanzeigenmärkten wird der Ur-Gameboy noch immer angeboten. Preislich bewegt sich der Klassiker unter den Spielkonsolen auf 50 bis 300 Euro je nach Zustand und Lieferumfang. Aktuelle Spiele gibt es nicht mehr, sondern nur noch gebrauchte Spielkassetten mit denen man in die nostalgische Spielwelt der 1990er-Jahre eintauchen kann. Wer mit der kultigen Konsole zocken möchte, der sollte auf Ebay & Co. mal Ausschau danach halten.

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Andreas Kraemer