Per Fernbus auf Reisen

Vor zwei Jahren wurde der Markt für Fernbusreisen liberalisiert, indem ein Gesetz aus den 1930-Jahren gekippt worden war, welches ausschließlich der Bahn erlaubte derartige Reisen anzubieten. Seit der Marktöffnung befindet sich der Fernbusmarkt in einem starken Aufwind. Die Nachfrage nach Fernbus-Tickets steigt rapide und damit verbunden verteuern sich die Ticketpreise. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer werden Fernbusse trotz des Preisanstiegs dauerhaft preiswerter sein als die Konkurrenz in der Luft, auf der Schiene und Strasse.

Das Bundesverkehrsministerium rechnet für das laufende Jahr mit 25 Millionen Fahrgästen und der Verband bestätigte diese Einschätzung. Im Vergleich zum Vorjahr würde dies einem Plus von sieben Millionen Fahrgästen entsprechen. Die Bahn rechnet im Bahnverkehr mit rund 130 Millionen Fahrgästen.

Die marktbeherrschenden Unternehmen sind MeinFernbus und FlixBus, die sich zu Beginn des Jahres zusammengeschlossen haben und 75 Prozent des boomenden Marktes dominieren. Auf die Konkurrenz reagiert die Deutsche Bahn und kündigte stabile Fahrpreise beim bevorstehenden Wechsel auf den Winterfahrplan an.

Vor allem in mittleren und großen Städten werden Fernbusreisen angeboten, während Kleinstädte oder ländliche Orte von den Fernbusanbietern bislang kaum versorgt werden. Das innerdeutsche und europäische Reisen hat sich mit Fernbussen enorm verbilligt. Die Bustickets werden online angeboten und lassen sich über die jeweilige Anbieterseite bestellen. Die Reise in einem Fernbus dauert je nach Startort und Zielort bis zu zehn Stunden oder mehr.

Vom sauerländischen Meschede nach Berlin benötigt ein Fernbus der Gesellschaft MeinFernbus über sieben Stunden und der Preis für das Ticket beläuft sich auf 22,00 Euro. Bei der Bahn müsste für die gleiche Strecke mindestens das Dreifache gezahlt werden. Der Nachteil gegenüber der Bahn ist die sehr lange Reisezeit, die allerdings durch den günstigen Ticketpreis und den meist sehr gut ausgestatteten bequemen Fernbussen wieder ausgeglichen wird.

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Andreas Kraemer